Die Vorbereitungen auf das diesjĂ€hrige Weihnachtsfest begannen mit einem MissverstĂ€ndnis. Ich hatte bereits Anfang des Jahres die Tage vor Weihnachten als Urlaubstage reserviert, damit wir frĂŒher nach Ostwestfalen zu meinen Eltern fahren konnten.
Damals hatte ich aber nicht auf dem Schirm, dass die Schulferien in NRW erst am 23.12. beginnen und wir frĂŒhestens am Dienstag Mittag in die alte Heimat reisen konnten. Dumm gelaufen, dachte ich zuerst, doch so wirklich dramatisch war das nicht.
Zum einen konnte ich Sonntag Abend mit Anne alle Geschenke einpacken und am Montag in aller Ruhe die Vorbereitungen fĂŒr die Fahrt treffen: Haus in Schuss bringen, Auto aussaugen, PlayStation 4 zocken – sogar fĂŒr einen Lauf mit der Liebsten und ein Schuhkauf-Termin mit dem JĂŒngsten hatte Platz. Abends wurde die Weihnachtszeit dann mit der Weihnachtsfeier mit den Jungs vom Stammtisch in Korschenbroich standesgemÀà eingelĂ€utet.
BehördengÀnge vor Weihnachten
Am Dienstag Vormittag war es dann ungewohnt fĂŒr mich. Ich hatte BehördengĂ€nge zu erledigen. Erst einen SchlĂŒssel nachmachen lassen, dann Passbilder anfertigen und einen neuen Personalausweis besorgen. AuĂerdem wollte das Auto gewaschen und der groĂe Sohn nach der Kirche vom Gymnasium abgeholt werden. Zum Abschluss der Schulzeit 2015 habe ich dann noch den JĂŒngsten von der Grundschule abgeholt und zuvor den obligatorischen WeihnachtsstrauĂ fĂŒr meine Mum und Schwiegermutter gekauft.
Nach dem Mittag ging es Richtung alte Heimat. Erstaunlicherweise sind wir gut durch den Verkehr gekommen und brauchten fĂŒr die 240 Kilometer Richtung OWL weniger als zweieinhalb Stunden. Es blieb sogar noch Zeit, um in Paderborn einen kurzen Zwischenhalt zum Shopping einzulegen.
Einen Tag vor Heilig Abend sind wir mit der ganzen Familie losgezogen und haben den Weihnachtsbaum gefĂ€llt. Mir kam die Ehre zuteil, den Baum abzusĂ€gen und mit vereinten KrĂ€ften wurde die Tanne mit dem Bollerwagen heimwĂ€rts gezogen und das gute StĂŒck im Wohnzimmer meiner Eltern aufgestellt. NatĂŒrlich durfte auch in diesem Jahr die obligatorische Kugel meiner Borussia nicht fehlen.
Heilig Abend bei 13 Grad
Wie in den vergangenen vier Jahren gab es auch im Jahr 2015 keine weiĂe Weihnacht. Temperaturen im zweistelligen Bereich lieĂen nur im Fernsehen weihnachtliche Stimmung aufkommen, bei 13 Grad war es definitiv zehn Grad zu warm. Mit Wehmut musste ich an das Weihnachtsfest 2010 denken, als es Schnee ohne Ende gegeben hat.
WĂ€hrend Anne am Vormittag KĂ€sesalat und Ragout fin fĂŒr das Abendessen vorbereitet hat, habe ich die Himbeer-Erdbeer-Bowle angesetzt und es mir nicht nehmen lassen, regelmĂ€Ăig davon einen winzigen Schluck zu kosten. Mittags hat meine Mum die traditionelle Rindfleischsuppe mit Eierstich und GrieĂklöĂen gekocht (“mittags vor Heilig Abend nur etwas Leichtes essen”) und die Wartezeit bis zum Kirchgang hat uns der Michael in der SuppenschĂŒssel vertrieben.
Nachdenklich beim Krippenspiel
Wie im vergangenen Jahr begann auch dieses Jahr das Krippenspiel in der Kirche um viertel vor fĂŒnf. WĂ€hrend wir die Weihnachtslieder gesungen haben, wurde ich gleich mehrfach nachdenklich und musste ĂŒber vieles nachdenken, was in den vergangenen zwölf Monaten passiert ist.
Beim letzten Lied, das traditionell “O du fröhliche” ist, musste ich an 2014 denken. Damals hatte ich nicht im Entferntesten gedacht, dass 2015 solche SchicksalsschlĂ€ge fĂŒr meine Liebsten bereithĂ€lt.
Es wurde mir wieder deutlich, wie wichtig es ist, den Blick nach vorn zu richten und nicht mit der Vergangenheit zu hadern. Denn solch ein Handeln steigert nur die Unzufriedenheit und macht missmutig. Ich möchte mich vielmehr darauf konzentrieren, die Zeit intensiv zu nutzen und zu genieĂen. Und nicht immer auf das Negative zu achten, sondern mich am Positiven zu erfreuen. Und dankbar zu sein. Und Demut zu empfinden.
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Entspannte Bescherung
Um 18 Uhr hatte das Warten der Kinder endlich ein Ende: die Bescherung konnte beginnen.
Mit neun Personen, davon drei Kinder im Alter von zwei, neun und zwölf Jahren, kann das einige Zeit in Anspruch nehmen. Nachdem das Glöckchen, das die Bescherung eröffnet, verstummt ist, stĂŒrzen sich nicht alle auf die Pakete und PĂ€ckchen, sondern es wird reihum, mit der JĂŒngsten beginnend, Geschenk fĂŒr Geschenk ausgepackt. Das sorgt fĂŒr eine entspannte Stimmung und vermeidet wildes GewĂŒhl.
Weil Geschenke auspacken hungrig und durstig macht, kam das Abendessen zur rechten Zeit. Kartoffelsalat, KĂ€sesalat, WĂŒrstchen, Lachs, Forelle, Ragout fin und andere Leckereien sorgten neben Störtebeker Pils und Corveyer Hell fĂŒr zufriedene Gesichter. Und die sĂŒffige Bowle zu spĂ€ter Stunde rundete den gelungenen und gemĂŒtlichen Heiligend Abend ab.
Mehrmals am Abend wurde mir deutlich: Das schönste Geschenk an Heilig Abend war in diesem Jahr, dass wir gemeinsam mit meinen Eltern das Fest der Liebe feiern konnten. Nach den Ereignissen Anfang und Ende dieses Jahres ist das keine SelbstverstÀndlichkeit.
Die Weihnachtsgans Auguste
Am zweiten Weihnachtsfeiertag ging es zu den Schwiegereltern in die Kreisstadt. Dort gibt es mittags die obligatorische Weihnachtsgans mit ThĂŒringer KlöĂen und Rotkohl (im Osten ist ĂŒbrigens von Rotkraut die Rede) zu essen. Seitdem ich regelmĂ€Ăig laufe, schmeckt mir das GeflĂŒgel gleich noch eine Spur besser, weil ich ohne Reue genieĂen kann – auch wenn ich erst kĂŒrzlich gelesen habe, dass 200 Gramm Weihnachtsgans mich im Lauftraining um fĂŒnf Wochen zurĂŒckwerfen đ
NatĂŒrlich war das Christkind auch in Höxter bei den Schwiegereltern zu Besuch und brachte unter anderem eine coole Rennbahn fĂŒr den JĂŒngsten. Ich hatte mich im Vorfeld sowohl mit der Anki OVERDRIVE als auch mit der Real FX Autorennbahn beschĂ€ftigt und mich letzten Endes fĂŒr die zweite Alternative entschieden. Nach zwei Tagen FahrspaĂ kann ich festhalten, dass es die richtige Entscheidung fĂŒr einen NeunjĂ€hrigen gewesen ist.
Insbesondere die UnabhĂ€ngigkeit von einem Tablet und Smartphone, die bei der Anki Overdrive nicht gegeben ist, als auch der Preis (100 Euro versus 150 Euro) haben mich in diesem Entschluss bestĂ€rkt. Sowohl die Kids meines Schwagers als auch unsere Kids – und natĂŒrlich ich! – hatten jede Menge SpaĂ mit dem Rennen fahren.
Lecker speisen mit Blick auf die Weser
Am zweiten Weihnachtstag gehen wir bereits seit einigen Jahren traditionell mit meinen Eltern, meinem Bruder und Familie sowie meiner Tante und ihrem Lebenspartner essen. Nach vielen Jahren im Landgasthaus Bruns haben wir dieses Jahr im Landhotel Weserblick in Blankenau, auf halber Strecke zwischen Beverungen und Höxter, das Weihnachts-Buffet getestet.

Und was soll ich sagen? Es war herrlich köstlich. Neben einer leckeren Vorsuppe gab es ein zahlreiche WildspezialitĂ€ten und Rindsrouladen, KlöĂe und Kroketten sowie leckere Beilagen. Und auch an die Kinder wurde gedacht: Pommes und Chicken Nuggets sind perfekt. Dazu kommt ein top Preis-LeistungsverhĂ€ltnis sowie eine aufmerksame und freundliche Bedienung.
Nach dem Essen habe ich mit Anne einen gemĂŒtlichen FrĂŒhlings-Spaziergang bei 17 Grad unternommen. Ja, kein Witz: 17 Grad Plus erinnerten am zweiten Weihnachtstag eher an Ostern als an Weihnachten. Und am Abend durfte natĂŒrlich auch das obligatorische Traumschiff gucken mit meinen Eltern nicht fehlen.
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Und ruckzuck war Weihnachten 2015 auch schon wieder Geschichte.
Drei Tage arbeiten im alten Jahr
WĂ€hrend viele von euch am heutigen Montag den wohlverdienten Urlaub genieĂen, verbringe ich die restlichen drei Arbeitstage des Jahres im BĂŒro.
Bereits um 4:35 Uhr hat mich der Wecker aus den TrĂ€umen gerissen, um 4:55 Uhr ging es Richtung Bahnhof und nach dem ersten Kaffee des Tages geht es mir sogar gar nicht mal so schlecht. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Waage mein Freund ist. Denn trotz des guten Essens an den sechs Tagen in der alten Heimat zeigt die Waage nur ein Kilo mehr als vor dem Fest an đ
Und mein Motto fĂŒr die letzten Tage des Jahres ist in meinen Augen auch genauso passend wie unschlagbar:
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